Die Kernaussage des BfS
„40 Jahre nach dem Unfall ist es in Deutschland inzwischen wieder unbedenklich, selbst gesammelte Pilze in üblichen Mengen zu essen.“
Quelle: BfS-Pressemitteilung vom 28.08.2026 · geprüft 10/2026
Für Menschen, die regelmäßig Wildpilze essen, nennt das BfS eine Orientierung von nicht mehr als 200 bis 250 Gramm pro Woche, auch wegen Schwermetallen wie Blei, Quecksilber und Cadmium.
Wo die Werte höher sind
Höhere Werte erwartet das BfS im Bayerischen Wald, am Alpenrand und im Donaumoos südwestlich von Ingolstadt; im Bericht wird außerdem die Region Mittenwald genannt. Dort rät das BfS, auf den übermäßigen Verzehr selbst gesammelter Wildpilze zu verzichten.
Die Messorte des BfS seit 2020 liegen in Bayern, darunter Freising, Oberschleißheim, Bayerisch Eisenstein und das Zwieseler Waldhaus im Nationalpark Bayerischer Wald.
Quelle: BfS-Bericht „Radioaktive Kontamination von Speisepilzen“ (BfS-78/26) · geprüft 10/2026
Welche Arten mehr aufnehmen
Pilze nehmen Cäsium unterschiedlich stark auf. Werte über 1.000 Becquerel pro Kilogramm hat das BfS 2023 bis 2025 unter anderem gemessen bei:
- Semmelstoppelpilz und Rotbraunem Semmelstoppelpilz (Spitzen über 2.000 Bq/kg)
- Maronen-Röhrling
- Trompetenpfifferling
- Blassblauem Rötelritterling, Dickblättrigem Schwärztäubling, Elfenbeinschneckling, Seidigem Ritterling
Stets unter 5 Bq/kg lagen dagegen zum Beispiel Braunschuppiger Riesenchampignon, Hasenröhrling, Judasohr, Riesenporling und Sternschuppiger Riesenschirmling. Zuchtpilze wie Champignons, Austernseitlinge und Shiitake enthalten generell nur wenig Cäsium-137.
Quelle: BfS-Bericht BfS-78/26 · geprüft 10/2026
Die Zahl zum Einordnen
Wer im Jahr 13 Kilogramm Wildpilze mit 1.000 Bq/kg isst, erhält laut BfS etwa 0,17 Millisievert zusätzlich. Das entspricht ungefähr drei Flügen von Frankfurt nach New York.
Der Grenzwert von 600 Bq/kg gilt nur für Pilze im Handel. Für Pilze, die Sie für sich selbst sammeln, gibt es keinen solchen Grenzwert.
Quelle: BfS: Pilze und Wildbret · geprüft 10/2026